Mein ❤️ schlägt für den Englischunterricht! Ich habe Englisch als Didaktikfach studiert und darin eine intensive Ausbildung während meines eigenen Vorbereitungsdienstes bekommen. Damit bin ich aber eher eine „Exotin“ unter den Sonderpädagogik-Lehrkräften. Inzwischen habe ich in meinem Lieblingsfach Unterrichtserfahrung in den Klassen 1 bis 9 gesammelt und möchte dich hier auf dem Blog gerne daran teilhaben lassen. Bei vielen Lehrkräften merke ich nämlich, dass es Unsicherheiten oder Vorbehalte bzgl. des Englischunterrichts gibt: Englisch lernen und lehren mit Kindern, die einen sonderpädagogischen Förderbedarf haben? Muss das sein? Und wie soll das gehen?
Hier also mal mein persönliches „Pro“ und „Kontra“ zum Englischunterricht für Kinder, die einen sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich des Lernens haben:
KONTRA:
Der Englischunterricht im Förderschwerpunkt Lernen…
- … hat oft keinen hohen Stellenwert. Häufig werden andere Lerninhalte als relevanter für die Kinder eingeschätzt, was dazu führt, dass die wertvolle Unterreichtszeit eher für andere Fächer und Themen genutzt wird.
- … ist strukturell nicht gut aufgestellt. Es gibt nur wenige Sonderpädagogik-Lehrkräfte, die für das Unterrichtsfach Englisch ausgebildet sind. Hinzu kommt, dass an vielen Schulen Materialien für den Fremdsprachenunterricht fehlen, die an die Bedarfe von Kindern mit Lernschwierigkeiten angepasst sind.
- … wird teilweise in seiner Sinnhaftigkeit in Frage gestellt. Deshalb solltest du jetzt unbedingt weiterlesen 😉.
PRO:
- Die meisten Kinder haben einfach Freude an der Begegnung mit einer neuen Sprache und lassen sich gerne darauf ein 😀.
- Der spielerische Lernzugang, der im Englischunterricht eine große Rolle spielt und idealerweise auch in höheren Klassen behält, kommt den Kindern entgegen und lockert den Schulalltag auf.
- Lebensweltbezug: Englisch ist im Alltag der Kinder und Jugendlichen präsent. Neben den vielen Anglizismen, die wir verwenden, spielen natürlich auch die Medien und das Internet eine wichtige Rolle.
- Fehlende (Fremd-) Sprachenkenntnisse führen in einer globalisierten Welt und in einer kulturell vielfältigen Gesellschaft zu einer sozialen und sprachlichen Benachteiligung.
- Auch wenn das Erlernen einer Fremdsprache schwer fällt, führt es zu einer bewussten Auseinandersetzung mit Sprache. Dies kann sich wiederum positiv auf das Sprachgefühl im Allgemeinen auswirken.
- Mangelnde Anschlussfähigkeit im Bildungssystem: Ein Schulwechsel oder der spätere Erwerb eines (weiteren) Schulabschlusses wird erschwert, wenn wenig oder sogar gar kein Englischunterricht stattfindet.
- Und nun noch zu meinen ganz persönliche Erfahrungen: Gerade Kinder, die sich in anderen Fächern schwer tun, glänzen häufig im Englischunterricht. Während sie in den ersten Schuljahren oft schon die Erfahrung gemacht haben, dass ihnen Mathe und / oder Deutsch schwer fallen, bietet der Fremdsprachenunterricht ihnen nochmal einen „frischen Start“ für ein positives Lernerlebnis. Auch DaZ-Kinder können im Englischunterricht meistens Erfolgserlebnisse sammeln, da ihnen die Erfahrungen, die sie bereits beim Erlernen der Zweitsprache Deutsch gemacht haben, hier zugutekommen.
Bist du eine Lehrkraft, die bereits regelmäßig Englisch unterrichtet und Spaß daran hat? Darüber freue ich mich sehr und ich hoffe, dass ich dir mit meinen zukünftigen Blogartikeln noch ein paar neue Impulse für deinen Englischunterricht mitgeben kann!
Du fühlst dich noch nicht so wohl mit dem Gedanken daran Englisch zu unterrichten? Dann kann ich dich mit meinen nächsten Blogartikeln hoffentlich dabei unterstützen ein paar Knoten in deinem Kopf zu lösen und dich dazu motivieren dem Englischunterricht eine Chance zu geben.
In diesem Sinne: Read on! 😉

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